Kempter Wald

 

 

Der Kempter Wald hat eine Höhe von etwa 800 bis 940 m ü. NN. Die zum voralpinen Moor- und Hügelland gehörende Landschaft ist hauptsächlich aus Moränenzügen der Würmeiszeit aufgebaut, die bis auf wenige Stellen die Ablagerungen der Süßwasser- und Meeresmolasse im Untergrund überdecken.

Der geschlossene und von Fichten dominierte Forst wird von kleineren Bächen durchzogen und im Osten quert die Wertach das Gebiet.
 

Kempter Wald Kapelle

 

Sagen und Mythen spielten sich im Kempter Wald ab. So zum Beispiel um den großen Nagelfluhfelsen, der den Namen „Dengelstein“ trägt.

 

Bild Dengelstein

 

Nicht weit davon auf einer Waldwiese mähte einmal ein Bauer mit seinem Weib. Die war eine gewalttätige, böse Person. Alle daumenlang verlangte sie von ihrem Manne, dass er ihr die Sense schärfe. Und wenn er meinte, er habe sie ja gerade gedengelt und sie schneide schon noch, dann schlug ihn das Weib und schimpfte ihn dermaßen, dass die Tiere des Waldes Mitleid hatten mit dem armen Mann.

Einmal hatte der Mann die Sense auf den Felsen gelegt und dengelte laut zum Keifen seines Weibes. „Wenn du nur gleich an dem Stoi gschmiedet wärsch und leabeslang dengle müesstesch, du Drache!“, sagte er dabei leise vor sich hin. Sogleich ging dieser fromme Wunsch in Erfüllung: Das Weib war ein wüster Drache, der mit einem Arm an den Dengelstein geschmiedet war. In den Krallen dieses Armes hielt er eine Riesensense, die er fortan mit einem großen Hammer dengeln sollte. Aber was der Drache mit einem Schlag zu Recht brachte, das verdarb er mit dem nächsten wieder, und so war für die ganze Arbeit kein Ende abzusehen. Daher soll es kommen, dass man vom Dengelstein her durch den Wald die ewig gleichbleibenden Dengelschläge hört.

 

Gedenktafel Dengelstein

"Dengelstein in Viereckumwallung, germanischer heiliger Hain mit Gerichtsstätte"